Heizkosten selbst abrechnen: Zwei Hausverwaltungen berichten

CL
Conlivo
19. August 2026

Hamburg, 18. August 2026 – Immer mehr Hausverwaltungen übernehmen ihre Heizkostenabrechnung selbst, statt sie vollständig an externe Messdienstleister auszulagern. Wie sich der Wechsel in der Praxis gestaltet, berichten nun zwei Hausverwaltungen, die diesen Schritt bereits gegangen sind: die Petersen Immobilien Management Online GmbH (PIMO) aus Hamburg und die Hauschild Haus- & Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH aus Berlin. Begleitet werden beide vom Hamburger Softwareunternehmen Conlivo, das nach eigenen Angaben seit 2025 rund einhundert Hausverwaltungen mit zusammen etwa 100.000 Wohneinheiten beim Wechsel in die Selbstabrechnung unterstützt. Für die einfache Selbstabrechnung aller verwalteten Einheiten hat Conlivo eine eigene Software entwickelt. 

Vom Kontrollverlust zur eigenen Planbarkeit

André Mügge, Geschäftsführer der PIMO, stellt seinen gesamten Bestand innerhalb eines Jahres auf Selbstabrechnung um. Zuvor arbeitete die Hausverwaltung mit einer Vielzahl unterschiedlicher Messdienstleister zusammen – mit entsprechend unterschiedlichen Geräten, Abrechnungsformaten und Ablesern. „Der Kontrollverlust“ habe ihn an diesem Prozess am meisten gestört, sagt Mügge. Je nach Dienstleister habe die Erstellung der Heizkostenabrechnung zwischen 24 Stunden und acht bis zwölf Wochen gedauert, im Extremfall sogar 14 Wochen. Auch Korrekturen bei kleineren Fehlern seien mit bis zu 180 Euro pro Neuabrechnung teuer gewesen.

Den entscheidenden Impuls für den Wechsel gab ein Gespräch mit Conlivo. „Als ich verstanden hatte, welches Potenzial in der Selbstabrechnung mit Software-Unterstützung steckt, ging es bei mir relativ schnell“, erinnert sich Mügge. Mittlerweile laufen die Vorbereitungen: Bis zum Jahresende sollen die Geräte in den Liegenschaften ausgetauscht und auf Funkübertragung umgestellt sein, sodass PIMO zum 1. Januar 2027 erstmals selbst abrechnen kann. Den Aufwand der Umstellung selbst beschreibt Mügge als überschaubar. Am wichtigsten sei ihm dabei die gewonnene Kontrolle: „Unser Jahreskalender hängt künftig von uns ab und nicht mehr davon, wann ein externer Dienstleister die Abrechnung liefert.“

„Unser Jahreskalender hängt künftig allein von uns ab.“

André Mügge, Geschäftsführer, Petersen Immobilien Management Online GmbH (PIMO)

Hauschild Hausverwaltung: Geschwindigkeit als Wettbewerbsvorteil

Auch die Berliner Hauschild Haus- & Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH, die rund 3.500 Einheiten betreut, wechselt in die Selbstabrechnung. Geschäftsführer Michel Hauschild stand dem Modell früher skeptisch gegenüber: „Es war lange nicht möglich, dass man an die Zählerwerte rankommt.“ Erst die inzwischen verpflichtende Fernablesbarkeit der Zähler habe daran etwas geändert.

Den Ausschlag für den Wechsel gab das aufgezeigte Potenzial: „In der Selbstabrechnung der Heizkosten sehe ich einen klaren Wettbewerbsvorteil. Wir rechnen jetzt schneller ab als bisher. Außerdem entsteht uns eine neue Einnahmequelle – Geld, das für die Erstellung der Abrechnung bisher an externe Dienstleister floss, können wir jetzt selbst einnehmen“, so Hauschild. Den Aufwand der Umstellung schätzte er zuvor höher ein, als er tatsächlich ausfiel: „Ich hatte eigentlich mit mehr Aufwand gerechnet, und es ist weniger geworden.“ Auch intern sei die Umstellung gut angekommen: Die Buchhaltung sei „begeistert über die Schnelligkeit“, die das neue System biete.

Gerätemanagement bleibt beim Messdienstleister

Trotz des Wechsels bleiben Zählerausstattung, Installation und Wartung bei beiden Hausverwaltungen bewusst bei einem externen Partner. „Wir sind keine Hardwareexperten“, sagt Mügge. Auch Hauschild setzt auf einen professionellen Zählerausstatter, der „Installation und alles Drum und Dran“ übernimmt. Für Conlivo-Geschäftsführer Lennart Jörn bestätigt das eine zentrale Botschaft: „Die Heizkostenabrechnung wandert in die Verwaltung, wo die Expertise liegt, während Geräte, Montage und Wartung weiterhin beim Dienstleister bleiben, der über jahrelanges Know-how verfügt.“

André Mügge vor Desktop mit Conlivo Software
André Mügge hat die Heizkostenabrechnung jetzt selbst in der Hand. Dafür nutzt er die Software von Conlivo.